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Reisebericht

der Reise durch Australien vom

25.07.00 - 10.10.00

NSW I / II QL I / II NT SA I / II KI Vic. ACT

New South Wales II

 

detaillierte Karte mit eingezeichneter Route

 

Byron Bay (pop 6.100)

Natürlich besteht New South Wales aus viel mehr als aus Sydney. Und ich behaupte mal, daß man nicht in Australien war, wenn man nur in Sydney gewesen ist. Meine nächste Station war Byron Bay. Die Fahrt dahin muss ich auch noch kurz erwähnen: ich fuhr mit McCafferty´s, einer der zwei größten australischen Busgesellschaften. Die andere ist Greyhound, bekannt vielleicht aus Amerika. Wir hatten den neuesten Bus des ganzen McCafferty´s - Fuhrparks!! Toll, werdet Ihr denken, dachte ich auch zu Beginn... Leider war in diesem Bus, der erst 64.000 km gelaufen hatte, die Klimaanlage im Eimer, deswegen war es die ganze Nacht nötig, sich in einen Schlafsack einzumummeln. Denn 16°C ist doch nicht soo warm... Und das für ca. 800 km, hier ist die Karte dazu!

Naja, angekommen sind wir trotzdem! Die ganze Nacht zu fahren ist intelligent, denn man spart eine Nacht die Kosten für ein Bett. 

Wir wurden dann also ins "Backpackers Inn" abgeholt, ein in der Nähe des Strandes gelegenes Hostel. Eigentlich ein sehr schönes Hostel! Hinter dem Haus ist eine große Wiese, auf der man sich nachts nochmal versammeln kann, jeden Mittwoch gibt es eine Sangriaparty. Die Zimmer sind geräumig; sie sind ausgestattet mit einem Ventilator, Normalfall nördlich von Sydney. Die Küche, oberhalb des Freizeitraumes mit Billard etc. bietet genug Platz für mehrere Kochgemeinschaften; in den Ort geht man ca. eine Viertelstunde. Es ist ein recht schöner Ort und man merkt, daß man in der Nähe von Nimbin ist. Nimbin ist ein Kiffernest. Ich war selber nicht dort, aber immer, wenn ich erzählte, daß ich in Byron Bay war, kam sofort die Frage "oh, you´ve been to Nimbin as well?". Da scheint es ganz schlimm zu sein. Ein paar Israelis, die immer eine  Nargila (eine israelische Wasserpfeife) mit sich herumschleppten, waren da... und was die so erzählten... ...naja. 

Byron Bay ist auch nicht ganz ohne. Abends beim Sonnenuntergang versammelten sich die abgefahrensten Typen mit Bongos und Trommeln auf dem Parkplatz am Strand und zelebrierten das mysteriöse Verschwinden der Sonne... 

Sunset    Byron Bay - Town

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In unserem Zimmer im Hostel roch es stark nach Gras... der alleinige Bewohner dieses Zimmers hatte wohl die ein oder andere Party dort gefeiert, als er noch alleine lebte. Aber irgendwie ist einem das so richtig egal. In diesem Ort wird einem glaube ich alles egal. Man wird fauler und fauler, es ist echt unglaublich. Unglaublich war auch der Digital - Laden, der so überhaupt nicht zwischen all die z.t. Öko - und Surfläden passte. In diesem Laden konnte man sich die teuersten Dolby - Anlagen kaufen und ich musste natürlich erstmal dem Verkäufer und mir die Freude machen, Szene 29 der DVD "Matrix" zu genießen. 

 

Nun ist dieser beschauliche kleine Ort natürlich nicht nur ein Partynest und der südliche Beginn eines langen Surfer - Küstenabschnitts (ewig wird man angequatscht von Leuten die Teilnehmer für Surfkurse suchen) sondern das Cape Byron hat auch noch eine geografische Bedeutung. Und zwar ist es der östlichste Punkt des australischen Festlandes. Es steht ein Leuchtturm darauf, den man in einer schönen Wanderung erreichen kann. Ihr solltet das auch mal tun, nicht nur rumhängen! Ich habe mich morgens um 5 bereits auf den Weg gemacht um den Sonnenaufgang mitzuerleben. Es war zwar bewölkt, dafür hat der Himmel aber interessante Farben angenommen und so konnte ich wieder eines der besten Bilder machen (Bilder NSW). Es hört sich zwar komisch an, auch, weil man das eher von älteren Leuten hört, aber: je früher man aufsteht, desto mehr hat man dann vom Tag! Und den Sonnenaufgang mitzuerleben ist schon etwas besonders. Dann macht auch das Frühstück mehr Spaß und der Kaffee oder Tee schmeckt viel besser, wenn man dann zurückkehrt. 

Eine gute Sache in Byron Bay ist die sogenannte "Arts factory". Dort kann man beispielsweise ein Didgeridoo selber bauen. Ich habe meins zwar woanders gebaut, jedoch traf ich jemanden, der davon erzählte. Man besucht einen Kurs von drei Tagen, in denen man das Didg bauen kann, unter Aufsicht, versteht sich. Auch bekommt man die Grundzüge des Spielens beigebracht. Eines Abends bekamen wir dann eine performance geboten von einem Profi, das war echt absolut abgefahren! Si Cadellic war sein Name, er war mit einem Drummer gekommen um uns zu zeigen, was man alles aus so einem Didgeridoo herausholen kann. Danach war man so in den Bann dieses Instrumentes gezogen, daß man die CD, die er dort verkaufte unbedingt kaufen musste! Und den ganzen weiteren Abend haben wir dann versucht, das "circular breathing" hinzubekommen.

 

Zum Abschluss des Kapitels Byron Bay erzähle ich Euch noch meine einzige Begegnung mit der Polizei in OZ. Wir waren in irgendwelchen Kneipen gewesen und gingen nun nach Hause ins Hostel mit vier Leuten. Da standen plötzlich zwei Einkaufswagen mitten auf der Straße, wo wir uns dann einfach reinsetzen mussten, es ging nicht anders! Also haben wir dann kurzerhand ein "trolley - race" veranstaltet, war echt spaßig!!! Leider hat die Polizeistreife das irgendwie mitbekommen, fuhr dann langsam an uns vorbei und bat uns, die trolleys doch wieder zurückzubringen... Schade eigentlich!!!

Leider verbinde ich mit Byron Bay die einzig schlechte Erfahrung meiner Australienreise: ich verlor im "Cheeky Monkeys" mein Taschenmesser...

Hier geht´s zur Bildergalerie NSW.

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